Die Kraft des Sports

Der Europa-Park ist Partner der Sportstiftung Laureus für benachteiligte Kinder

Laureus steht einerseits für Glanz: Einmal im Jahr wird den Sportstars des Planeten der roteTeppich ausgerollt, wenn die „Laureus World Sports Awards“ vergeben werden – die „Oscars“ des Sports. „Doch das ist nur eine Seite der Medaille“, betont TV-Moderatorin Sabine Christiansen, die zum Vorstand des Kerns der Organisation gehört: Der Laureus Sport for Good Foundation. Den Worten des ihres verstorbenen Schirmherren Nelson Mandela folgend – „Sport hat die Kraft, die Welt zu verändern“ – fördert Laureus Sport for Good weltweit über 100 soziale Sportprojekte, die benachteiligte Kinder und Jugendliche in ihrer persönlichen Entwicklung stärken und ihnen eine bessere Zukunft ermöglichen. Und dabei hilft seit 2017 der Europa-Park. Im Rahmen einer Kooperation finden insbesondere Spendenaktionen und Weiterbildungs-Veranstaltungen für Jugendliche aus Laureus Projekten statt.

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Europa-Park-Inhaber Roland Mack erklärt die neue Partnerschaft so: „Wir verfolgen die Arbeit von Laureus Sport for Good seit vielen Jahren. Die Ziele und Werte wie Teamgeist, Respekt, Disziplin und Fairplay passen auch perfekt zum Europa-Park. Wir freuen uns sehr über diese Partnerschaft, die sich nahtlos in die sozialen Aktivitäten unseres Unternehmens einfügt. Dank der langjährigen und erfolgreichen Zusammenarbeit mit Sabine Christiansen und ihrer Kinderstiftung ist diese vielversprechende Kooperation entstanden. Laureus Sport for Good unterstützt herausragende soziale Sportprojekte. Ob Straßenfußball, Skateboarding, Therapeutisches Reiten, Basketball oder Boxen: Diese Aktionen motivieren die Kinder nicht nur, ein aktives Leben zu führen, sondern sie geben ihnen langfristig Halt.“

Zur Eröffnung der Partnerschaft kam neben Sabine Christiansen auch Ex-Nationalspieler Jens Lehmann in den Park. Die Torwartlegende engagiert sich als Sport for Good Botschafter ehrenamtlich für Laureus. „Kinder und Jugendliche aus sozialen Brennpunkten werden hier nicht nur Spaß haben, sie lernen auch die verschiedensten Berufsbilder kennen. Sie werden zum ersten Mal ein Hotel betreten, sie werden Ingenieure kennenlernen oder Künstler im Park", beschrieb er das Wesen der Kooperation. „Die Kinder lernen über die Kraft des Sports, an sich zu glauben, ihre Ziele zu verfolgen und Rückschläge zu überwinden.“

Laureus Sport for Good Jugendcamp

Laureus Vize-Vorsitzende Sabine Christiansen (Mitte).

Die erste große gemeinsame Aktion wird das Laureus Sport for Good Jugendcamp im Oktober 2017 im Europa-Park sein. Unter dem Motto „Jugendliche für Jugendliche“ treffen sich rund 80 junge Vertreter aus den deutschen und österreichischen Sport for Good Projekten in Rust. Im Rahmen von Workshops, durch inspirierende Erfolgsgeschichten und Best-Practice-Beispiele aus dem Projektalltag lernen die Jugendlichen, die in ihren Projekten bereits Verantwortung und eine Vorbildfunktion für Jüngere übernehmen, wie sie die Projektarbeit langfristig auch selbst unterstützen können.

Laureus Stiftungsvorstand Sabine Christiansen: „Für Kinder, gerade aus Kriegsgebieten oder schwierigen sozialen Verhältnissen, gilt es um so mehr, durch Sport wieder Vertrauen in eigene Fähigkeiten, in ein Team und ein Gemeinschaftsgefühl aufzubauen. Ich danke der Familie Mack und dem Europa-Park für die wertvolle Unterstützung.“

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Info

Laureus Sport for Good ist eine im Jahr 1999 von der Daimler AG und dem Schweizer Luxusgüterkonzern Richemont gegründete gemeinnützige Stiftung, die durch Sport und begleitende sozialpädagogische Betreuung Kinder in sozialen Brennpunkten fördert. Laureus besteht aus der Laureus Sport for Good Foundation, der Laureus World Sports Academy und den Laureus World Sports Awards.
www.laureus.de

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Mit Toleranz und Demut weit kommen

  Interview mit Jens Lehmann

Jens Lehmann wurde am 10. November 1969 in Essen geboren. In über 20 Jahren als Profi wurde er WM-Dritter und EM-Zweiter, UEFA-Cup-Sieger mit Schalke, deutscher Meister mit Borussia Dortmund und englischer Meister mit dem FC Arsenal, dem er 2011 mit 41 Jahren noch einmal in einem Premier-League-Spiel aushalf.

Die Torwartlegende ist heute TV-Experte und engagiert sich als  Botschafter für Laureus Sport for Good. Im Interview erzählt er, was er dabei erlebt und er erklärt, was ihn als Fußballer besonders geprägt hat.

Das Gespräch führte Christhoph Ertz

Wie kam es zu Ihrem Engagement bei Laureus?
Jens Lehmann: Laureus Sport for Good wendet sich an sozial benachteiligte Kinder und ich nutze gerne meine Erfahrungen aus meinem eigenen Sportler-Leben, um Kinder und Jugendliche zu inspirieren und motivieren, ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen. So kam der Laureus-Vorstand vor einigen Jahren auf mich zu und hat mich gefragt, ob ich Laureus Sport for Good als Botschafter unterstützen möchte. Da habe ich gerne Ja gesagt.

Was machen Sie konkret?
Lehmann: Mir wurde gleich ein Projekt angetragen, das Mädchenfußballprojekt „Kicking Girls“. Das war passend, da ich selbst eine Tochter habe. Außerdem habe ich im Ausland gespielt und dort gemerkt, dass man vor allem mit Toleranz und Demut weit kommen kann. Und Toleranz ist auch auch bei den Kicking Girls ein wichtiger Faktor.

Inwiefern?
Lehmann: Die Kinder, an die sich das Projekt wendet, haben in den meisten Fällen einen Migrationshintergrund. Diesen Kindern, gerade auch aus kulturell anderen Hintergründen, helfen wir. Zum Beispiel dürfen sie oft nicht in gemischten Fußballmannschaften mit Jungs spielen, oder von männlichen Trainern gecoacht werden ... Hier setzt das Projekt Kicking Girls mit reinen Mädchenmannschaften und weiblichen Trainern an. Das Konzept wurde bereits von mehreren Ländern übernommen und mittlerweile auch in der Schweiz, Österreich und Irland erfolgreich umgesetzt.

Laureus-Botschafter Jens Lehmann ist Schirmherr der "Kicking Girls"

Welche Erfahrungen machen Sie dabei?
Lehmann: Ich habe bei den Kicking Girls mal ein Mädchen kennengelernt, das zwei Wochen vorher an einem bewaffneten Tankstellenüberfall teilgenommen hatte, mit 14 oder 15. Wenn diese Mädchen anfangen Fußball zu spielen, dann sind sie weg von der Straße. In unserem Projekt lernen sie, Verantwortung zu übernehmen und auch Interesse an einer Rolle als Führungskraft zu gewinnen. Das Projekt gibt ihnen die Möglichkeit, selbst zu Trainerinnen ausgebildet zu werden und so etwas ist für ihr Selbstwertgefühl sehr wichtig. Auch wenn Kinder und Jugendliche merken, dass Gemeinschaft Spaß macht, ist das ein großer Erfolg.

Sie selbst konnten lange nicht genug kriegen von diesem speziellen Gemeinschaftsgefühl des Fußballs, Ihr letztes Profispiel machten Sie mit 41, konnten Sie nicht aufhören?
Lehmann: Nee, ich hätte auch noch weiter spielen können.

Und wie war es dann, als Sie die Karriere beendeten?
Lehmann: Das neue Leben zu beginnen war relativ leicht, aber ich glaube, alle Sportler, die aufhören, fallen erstmal in ein Adrenalinloch. Vorher hat man zwei-, dreimal die Woche richtig Adrenalin und das fällt weg ... dafür einen Ersatz zu finden, ist schwer. Das Licht geht an, ich muss etwas leisten ... Wettkampf ist einfach das schönste für mich. Ich mache nach wie vor viel Sport und vor allem Skifahren ist für mich so ein bisschen ein Adrenalinersatz.

Vorhin betonten Sie, dass Ihre Aulandsaufenthalte eine große Bedeutung hatten – warum?
Lehmann: Wenn man in Deutschland Nationalspieler wird, dann ist man quasi unantastbar in seinem Verein und je nachdem, wie klein die Stadt ist, in der man lebt, kriegt man das Gefühl, weil die Leute es einem geben: Du bist super. Aber wenn man dann ins Ausland geht, stellt man fest, man ist einer von vielen und kann auch schnell mal ersetzt werden. Das ist gut für die Persönlichkeit.

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Sie haben für Schalke, den AC Mailand, Dortmund, Arsenal und Stuttgart gespielt – was war Ihre wichtigste Station?
Lehmann: Sportlich war die beste Zeit eigentlich Schalke, weil ich dort mit 18 Jahren ins Tor gekommen bin, dann haben wir in der Zweiten Liga gegen den Abstieg gespielt. Ich musste schon in jungen Jahren mit großem Druck umgehen. Später war ich ein sehr druckresistenter Spieler, ohne diese Zeit wäre ich das nicht geworden. Ich habe bei Schalke viele Enttäuschungen gehabt, aber auch wunderschöne Erlebnisse und den schönsten Sieg meiner Karriere mit dem UEFA-Cup-Sieg 1997. Wir waren solche Außenseiter und haben etwas so Großartiges geschafft.

Wie sehen sie den heutigen Fußball?
Lehmann: Von der Infrastruktur der Stadien her ist der deutsche Fußball super, sogar die Zweite Liga ist ja, glaube ich, von den Zuschauerzahlen her, die sechststärkste Liga der Welt. Das Spiel ist auch in Deutschland noch schneller geworden als vor sechs Jahren, als ich noch gespielt habe. Aber, ich bin als Botschafter der Deutschen Fußballliga unterwegs in Amerika und Asien und was man dort immer wieder hört: Es gibt zu wenige Stars, daran sollte die Bundesliga arbeiten.

Und welche Eindrücke haben Sie vom Europa-Park?
Lehmann: Ich bin zum zweiten Mal da, das letzte Mal war ich mit der Nationalmannschaft vor etwa 15 Jahren hier, seither hat es sich ja nochmal verdoppelt, oder? Ich bin mit Michael Mack noch in der Nacht durch den Park gefahren, das war schon imposant, obwohl gar nicht so viel zu sehen war. Es erinnert mich an eine große Märchenlandschaft, großartig.