"Open Space"

(31. August bis 31. Dezember 2022)

Liebe Freunde der Galerie B,
sehr geehrte Damen und Herren,

unter dem Titel "Open Space" zeigt die Galerie B, Kunst der Gegenwart in Sinzheim bei Baden-Baden vom 31.8. bis 31.12.2022 zeitgenössisches Glas. Sechs internationale Künstlerinnen und Künstler präsentieren ihre Skulpturen.  Lassen Sie sich überraschen. Ich freue mich auf Ihren Besuch in der Galerie B  und über einen offenen Gedankenaustausch.

Bernard Dejonghe, Frankreich:

Bernard Dejonghe zählt zu den weltweit besten Künstlern, die mit dem Material Glas arbeiten. Dejonghe sorgte bei großen Ausstellungen wie dem „Coburger Glaspreis“ oder „The Glass Skin“ in Japan, USA und Deutschland (Düsseldorf und Coburg) für Aufsehen. Bernard Dejonghe spricht bei seinen optischen Glasblöcken von „signes d`humains“ (menschlichen Zeichen).
Dejonghe lebt in der Einöde der Provenzalischen Alpen und sagt über seine Arbeiten: „Ich produziere keine Bilder, ich erzähle keine Geschichten. Meine Glasblöcke stehen durch ihr Verhältnis von Raum und Maßstab in direktem Bezug zu mir oder dem Betrachter.“ Skulpturen von Bernard Dejonghe sind weltweit in renommierten Museen und Sammlungen vertreten. Zwei bedeutende Arbeiten von Dejonghe hat Bill Gates für seine Sammlung erworben.

Ki-Ra Kim, Südkorea

Ki-Ra Kim arbeitet mit der Technik des Glasgusses und versucht mit den Eigenschaften von Glas-Transluzenz, Transparenz und Opazität-Metaphern aufzuzeigen. „Sie entscheidet, welche Aspekte der Metaphern sie dem Betrachter aufdecken und welche sie verbergen möchte“ schreibt Min Jeong Song, Professorin am Fachbereich Kulturelle und Kreative Künste an der Universität Hongkong über die koreanische Künstlerin.
Min Jeong Song weiter: „In späteren Arbeiten bildet die Feder eine weitere wichtige Metapher: Sie ist Botin zwischen Himmel und Mensch. Ki-Ra Kim bezieht sich dabei auf ihre koreanische Kultur, in der der Rotkronenkranich Symbol der Heiligkeit und höchster Tugend ist. Die schwarz-weißen Federn stehen für die vollkommene Harmonie des Yin und Yang.“

Susan Liebold, Deutschland

Susan Liebold, 1977 in Neuhaus am Rennweg geboren, studierte an der Burg Giebichenstein, Hochschule für Kunst und Design in Halle. Sie lebt und arbeitet in einem alten Gaswerk im waldreichen und hügeligen Thüringen.

Der Wald inspiriert sie ebenso wie die Unterwasserwelt der Tiefsee zu ihren gläsernen Skulpturen: mal sind es eher Pilze, mal Quallen oder kleinste biologische Wesen, die sie in bizarren Formen und filigranen Gebilde aus Glas verwandelt und oftmals in mystisches Licht taucht.

Die Besonderheit ist, dass sich die Objekte durch den Wechsel zwischen Weißlicht und UV-Licht verwandeln. So erscheinen sie kristallklar oder geheimnisvoll phosphoreszierend.

Etsuko Nishi, Japan

Die 1955 geborene Japanerin zählt zu den wichtigsten japanischen Künstlerinnen. Ihre Arbeiten sind weltweit in Museen vertreten.  Etsuko Nishi wurde mit zahlreichen internationalen Kunst-Preisen ausgezeichnet. Berühmt wurde Nishi mit Pate de Verre-Arbeiten, die zu offenen Formen geschmolzen werden. Etsuko Nishi gilt als Vorreiterin der Künstler „New Glass in Japan“.

Glas geht für uns durchs Feuer

Erwin Eisch sagte in München 1989 bei einem Vortrag über Studioglas: „Ich ziele auf das Lebendige und dazu ist Glas wunderbar. Es hat so viele Gesichter, ist spröd und weich, farbig und opak, es geht für uns durchs Feuer und kann härter sein als Metall. Für den Glasbläser ist es Atem und für den Maler Poesie.

Franz Xaver Höller, Deutschland

Franz Xaver Höller (Jahrgang 1950) gilt international als einer der Meister der Glasgravur. Häufig sind es mehrteilige Objekte, oftmals Paare, die Höller schafft. Er entnimmt  seine Visionen und Inspirationen der Natur, der Polarität wie Leben und Tod oder Tag und Nacht. Paare, die sich wie zwei Pole abstossen oder anziehen, das Bindende und das Trennende. Die Kunsthistorikerin Clementine Schack von Wittenau von den Kunstsammlungen der Veste Coburg schreibt über die einzelnen Elemente eines  mehrteiligen Objektes von Höller: „ ... sie sind gewellt, unmerkliche Knicke und Falten scheinen sie in Bewegung zu halten bis über ihre eigentlichen Begrenzungen hinaus. Feine Poren und Risse durchziehen die Oberfläche. Man denkt an eine hügelige Schneelandschaft, die aus der Ferne betrachtet, sich in der Ferne verliert.“

Ich freue mich auf Ihren Besuch!

Herzliche Grüße

Ihre
Barbara Koppelstätter
Galerie B