Masayo Odahashi

(8. September bis 8. Dezember 2019)

Vom 8. September 2019 bis 8. Dezember präsentiert die Galerie B, Glas der Gegenwart in Sinzheim/Baden-Baden neue Arbeiten der Künstlerin Masayo Odahashi. Sie ist 1975 in Mie geboren. Masayo Odahashi fasziniert die Menschen mit der Ausdrucksweise ihrer Skulpturen. Sie wirken meditativ, nach innen gekehrt und strahlen große Ruhe und Kraft aus. Für Masayo Odahashi ist es immer eine Person oft im Spiegelbild, zwei Seiten des Lebens, zwei Seiten einer Persönlichkeit. Ihre Kunstwerke sind Kommunikation ohne Worte.

„Ich finde oft viele verschiedene Inspirationsquellen im Alltag und sammle sie in meinem Gedächtnis. Das können Farben oder Formen sein, alte Sachen oder Erfahrungen, Erinnerungen, die wir alle teilen, die aber nicht immer bewusst wahrgenommen werden. Dies alles steht am Beginn meiner künstlerischen Ausdrucksweise. Ich wähle davon Einiges aus und kombiniere es, bevor ich daraus schließlich ein Kunstwerk kreiere. Für mich ist das eine Art und Weise meine Lebenseinstellung zu teilen. Meine Objekte  sind eine Möglichkeit ohne Worte und darüber hinaus miteinander zu kommunizieren,“ sagt Odahashi.

Vorwiegend im Makiyama Glass Studio in Satoyama  entstehen ihre faszinierenden pâte de verre Arbeiten, die Menschen aus aller Welt von unterschiedlichen Kulturen begeistern. Mädchen, nachdenklich und fast meditierend, junge Frauen mit seitlich gewelltem, flügelgleichem Haar, die teilweise wie Engel aussehen. Und dann die Dualität: das Mädchen und der Hase. Sie erzählt vom Märchen mit dem weißen Hasen und von den Fahrten mit ihren Eltern zum Ise-Schrein, dem höchsten japanischen Heiligtum, zu dem jährlich etwa sechs Millionen Menschen pilgern.

Ihr großes Thema ist die Vielfalt in der Einheit und der Weg ins Innere eines jeden Menschen. Das Innere hat immer Priorität, es geht darum, zur Ruhe und zu sich selbst zu kommen. In ihrem Heimatland wird viel meditiert, für Odahashi könnte man daher die Meditation durchaus als Leitfaden ihrer künstlerischen Arbeit sehen.

Zu Beginn hat diese außergewöhnliche Künstlerin überwiegend mit Klarglas gearbeitet, das sie nachträglich bemalt und emailliert. Die jüngeren Objekte sind farbiger, hier verwendet sie auch schon farbiges Glas. Kleid und Frisur haben ebenfalls eine besondere Bedeutung: streng, schlicht und an den Körper geschmiegt, führen auch sie die Energien nach innen.

Dagmar Brendstrup, die Direktorin des  Glasmuseums Ebeltoft sagt über Odahashis Werk: „Diese meditativen kleinen Skulpturen machen großen Eindruck auf alle, die sie sehen. Sie erzeugen eine intensive Nähe und laden den Betrachter zum Reflektieren ein.“

Masayo Odahashi ist mit zahlreichen Preisen geehrt worden, unter anderem mit dem Internationalen Glaspreis von Kanazawa.